Ehen | Paare|

In Deutschland wird bereits jede 3. Ehe wieder geschieden. Besonders junge Ehen sind am meisten betroffen und landen viel schneller als geplant vorm Scheidungsrichter. Das 3. und 6. Ehejahr ist dabei am gefährlichsten für bevorstehende Probleme und Ereignisse, die ein „Aus“ bedeuten könnten. Psychologen und andere Experten sehen hier das Problem im fehlenden Durchhaltevermögen der einzelnen Ehepartner im Umgang mit Problemen und schweren Situationen, die ein jeder in seinem Leben durchleben muss. Eine fehlende Bereitschaft beider Partner, bereits bestehende Probleme zu erkennen und eine gemeinsame Lösung zu finden, nimmt immer weiter ab.

Diese Situation hat jedoch nicht nur mit den betreffenden Menschen zu tun, sondern auch mit der sozialen Entwicklung unserer Zeit. Ein beruflicher Aufstieg wird meist höher eingeschätzt, als ein familiäres gemeinsames Glück eines Paares oder einer Familie. Die Frau, als Heimchen am Herd, gibt es nicht mehr. Frauen erwarten von ihren Partner mehr Unterstützung im Haushalt sowie in der Kindererziehung, um selbst ebenfalls ihre berufliche Karriere voranzutreiben. Dies kann von den Männern nur teilweise bewältigt werden, da sie aufgrund ihrer natürlichen Funktion, in der sie als Mann bereits seit tausenden von Jahren verankert sind, nicht einfach von heute auf morgen abschütteln können. Für die meisten Männer sind beruflicher Erfolg und die finanzielle Unterstützung ihrer Familie die wichtigsten Bestandteile des Lebens. Es gibt immer noch wenige Männer, die ihre männliche Erfüllung in der Kindererziehung oder in der Hausarbeit sehen. Minderwertigkeitsgefühle und fehlende Anerkennung sind meist die Folge und führen zu Konflikten mit dem Partner.

Meist kommt es zu schweren Streitigkeiten, die sich an einem gewissen Punkt immer wieder im Kreis drehen. Die Partner blocken ab und ziehen sich immer weiter zurück. Ein vernünftiges Gespräch oder eine faire Diskussion ist oftmals nicht mehr möglich. Doch warum immer gleich das Handtuch werfen und den Weg zum Scheidungsanwalt einschlagen? Es gibt in Deutschland bereits viele Institutionen, die sich im Bereich der Eheberatung und Paartherapie einsetzen und dies durchaus mit Erfolg. Zuerst sollte jedoch geklärt werden, ob beide Partner bereit sind, sich intensiv mit ihren Problemen auseinanderzusetzen und sich auf diese Art der Therapie einzulassen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, die vorab geklärt werden muss und praktisch den ersten Schritt in die richtige Richtung bedeutet. Die Paare können in einer anderen Umgebung ihre Ängste und auch ihren Ärger auf den Ehepartner ausdrücken und geführt von einem Therapeuten nach gemeinsamen Lösungen suchen. Da besonders die Kinder bei Ehestreitigkeiten leiden, ist eine geeignete Familientherapie, in der alle Familienmitglieder betreut werden, ein wichtiges Instrument, um die Bedürfnisse jedes einzelnen Familienmitglieds einbringen zu können.